KI verstehen, Chancen erkennen, Risiken einordnen: Großes Interesse am Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen
Mehr als 130 Teilnehmende füllten am 28. Oktober 2026 den Vortragssaal unserer Universitätsbibliothek. Auf Einladung des Vereins „Studium im Alter“ sprach Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen über „Künstliche Intelligenz verstehen und anwenden – Chancen, Nutzen und Risiken für Ältere“. An den einstündigen Vortrag schloss sich ein intensiver Austausch mit dem Publikum an.
Künstliche Intelligenz im Alltag verstehen
Ob beim Verfassen von offiziellen Schriftstücken, bei der Reiseplanung oder beim Einordnen von umfangreichen Informationen: KI eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, den Alltag zu erleichtern. Zugleich werfen KI-generierte Texte, Bilder, Stimmen und Videos Fragen nach der Verlässlichkeit und Echtheit digitaler Inhalte auf. An diesen Spannungsfeldern setzte die Veranstaltung an. Ziel war es, insbesondere „älteren Semester“ einen verständlichen Zugang zur Funktionsweise moderner KI sowie zu ihren Möglichkeiten und Grenzen zu eröffnen.
Nach einer kurzen Chronologie des Forschungsfeldes Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen gab Prof. Meisen ganz praktische Einblicke und Live-Demonstrationen, etwa zur Verarbeitung von Texten, zur Aufbereitung von Informationen und zur Analyse von Bildern und Videos. Denn auch noch so überzeugend formulierte Textantworten und Sprachnachrichten sind nicht automatisch richtig, selbst Videobeiträge können in der heutigen Zeit Deepfakes sein, die sich mit wenig Aufwand in kurzer Zeit mit KI erstellen lassen. Der Vortrag endete mit den Hinweisen: Probieren Sie es aus, nutzen Sie die Möglichkeiten. Bleiben Sie neugierig, kritisch und behalten Sie die Entscheidung bei sich.
Viele Fragen – über Generationengrenzen hinweg
Wie groß das Interesse an einer fundierten Einordnung ist, zeigte die Diskussion im Anschluss an den Vortrag. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, eigene Fragen einzubringen. Dabei wurde deutlich: Die Themen der „älteren Semester“ ähneln in vielerlei Hinsicht denen der jüngeren Studierenden.
Die Fragen reichten von Berichten über KI-Agenten, die aus Testumgebungen „ausbrechen“ bis hin zu daraus resultierenden möglichen Gefahren der KI-Entwicklung für die ganze Menschheit. Auch die Auswirkungen zunehmender Automatisierung auf die Arbeitswelt von morgen beschäftigten das Publikum.
Daneben stand der praktische Umgang mit KI im Mittelpunkt: Wie gelingt der Einstieg? Welches Sprachmodell eignet sich für die eigenen Bedürfnisse? Wie nutzen Studierende KI, und welche Kontrollmechanismen gibt es bei universitären Prüfungen? Nicht zuletzt ging es um die Frage, welche Rolle Deutschland bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz spielen kann.
Wissenschaft im Dialog mit der Gesellschaft
Der große Zuspruch und die lebendige Diskussion unterstrichen die Bedeutung eines generationenübergreifenden Austauschs über technologische Veränderungen. Für das TMDT bot die Veranstaltung die Gelegenheit, wissenschaftliche Perspektiven auf KI mit den konkreten Fragen und Erfahrungen der Teilnehmenden zusammenzubringen.
Der Nachmittag machte deutlich: KI-Kompetenz ist ein Thema für alle Generationen. Dazu gehört nicht nur, Anwendungen bedienen zu können, sondern auch Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, Risiken einzuordnen und die Möglichkeiten der Technologie für den eigenen Alltag zu erschließen.
Bildrechte: Prof. Dr. Clemens Cording.
Hintergrund: Studium im Alter
Der Verein „Studium im Alter“ engagiert sich für das Studium älterer Menschen an der Bergischen Universität und ergänzt das universitäre Angebot durch Vortrags- und Informationsveranstaltungen. Das „Studium für Ältere“ ermöglicht es Interessierten, gemeinsam mit jüngeren Studierenden zu lernen, bestehende Interessen zu vertiefen und neue Wissensgebiete zu erschließen. Der Zugang setzt weder ein bestimmtes Mindestalter noch eine Hochschulzugangsberechtigung voraus. Neben einem Studium mit Leistungsnachweisen und Abschlusszertifikat ist auch eine rein interessengeleitete Teilnahme möglich. Weitere Informationen finden Sie hier: https://zwb.uni-wuppertal.de/de/studium-fuer-aeltere/faqs-haeufige-fragen/