Just Scan It 3D
Virtuelle Welten in Kultur und Kollision
Im Projekt Just Scan It 3D erforscht und entwickelt das Institute for TMDT neue Ansätze, um die Erstellung und Nutzung hochrealistischer 3D-Rekonstruktionen deutlich zugängliche, transparente und vielseitige einsetzbar zu machen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie komplexe Technologien rund Rekonstruktionsverfahren wie 3D Gaussian Splatting so aufbereitet werden können, dass sie nicht nur in der Forschung, sondern auch in Bildung, Kultur und Praxis breit genutzt werden können.
Demokratisierung der 3D-Rekonstruktion
Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, die Erstellung hochwertiger 3D-Rekonstruktionen für eine breite Zielgruppe zu öffnen. Durch vereinfachte Workflows, verständliche Anleitungen und angepasste Werkzeuge ermöglichen wir es auch Anwenderinnen und Anwendern ohne tiefgehende Vorkenntnisse, eigene Datensätze zu erfassen und zu verarbeiten.
Hierfür wurde im Projekt unter anderem der DOME entwickelt und eingesetzt – ein Aufnahme- und Erfassungssystem, das eine standardisierte und reproduzierbare Datenerhebung ermöglicht. In Kombination mit mehrstufigen Rekonstruktionsansätzen wird so ein strukturierter Zugang zu unterschiedlichen Qualitätsstufen geschaffen, der sowohl schnelle Ergebnisse als auch hochpräzise Modelle erlaubt.
Mehr als Rekonstruktion: Bewertbarkeit und Vertrauen
Über die reine Erstellung von 3D-Modellen hinaus adressiert Just Scan It 3D die zentrale Herausforderung der Bewertbarkeit der Qualität von Rekonstruktionen. Dazu integrieren wir Methoden zur Unsicherheitsquantifizierung direkt in den Rekonstruktionsprozess, um den Rekonstruktionsfehler direkt in der rekonstruierten Szene sichtbar zu machen.
Ergänzend kommen Verfahren der Anomaliedetektion zum Einsatz, die Auffälligkeiten und potenzielle Fehlerquellen in den Daten identifizieren. Diese Kombination ermöglicht es, 3D-Rekonstruktionen nicht nur zu erzeugen, sondern auch zu analysieren und kritisch zu bewerten – ein entscheidender Schritt für ihren Einsatz in sensiblen oder qualitätskritischen Kontexten.
Immersive Zugänge und Anwendungskontexte
Die im Projekt erzeugten 3D-Daten werden gezielt für immersive Anwendungen aufbereitet und genutzt. Dadurch entstehen neue Zugänge zu komplexen Inhalten, etwa in Trainingsszenarien, in der Lehre oder im musealen und kulturellen Bereich.
Fördergerüst der Zeche Germania (Gelsenkirchen, 1943/44 - 1971), Scan: Bodo Bernsdorf und Benjamin Haske, Rekonstruktion und Programmierung: Dominic Fehling
Durch die Integration in Virtual-Reality-Umgebungen und webbasierte Viewer können Nutzer*innen rekonstruierte Objekte und Szenen interaktiv erleben, analysieren und kontextualisieren. Dies eröffnet neue Formen des Lernens, der Vermittlung und der Exploration, die über klassische Darstellungsformen hinausgehen.
Just Scan It 3D verbindet technologische Innovation mit einem klaren Fokus auf Zugänglichkeit, Bewertbarkeit und Anwendung. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur nachhaltigen Verankerung immersiver 3D-Technologien in Forschung, Bildung und gesellschaftlicher Praxis.